Sprache der Kritik – Kritik der Sprache? (II)

Workshop zu Adornos und Benjamins Überlegungen zur Sprache

Am 23. bis 24. Juli 2016 an der Universität Hamburg, jeweils Allende-Platz 1, 10 Uhr.

Das Nachdenken über Sprache bleibt in der Tradition kritischer Theorie umstritten. Für manche dieser Theoretiker markiert dies einen Bruch in der Tradition: Entweder eine solche Theorie sei sprachphilosophisch reflektiert oder sie könne nicht ihren normativen Maßstab ausweisen, werde so problematisch. Teile der Tradition kritischer Theorie wurden und werden so als traditionelle Theorie „entlarvt“. Ebenso findet man aber auch die entgegensetzte Position in diesem zerstrittenen Traditionszusammenhang: Wer sich so stark mit Sprache beschäftige, der entferne sich von den „eigentlichen“ Aufgaben kritischer Theorie, habe sich schon zu stark auf „gegnerische“ Theorien eingelassen, behaupte allen Ernstes, die Welt sei nichts als ein Text und so weiter.

Gegenstand des Workshops wird daher eine Rekonstruktion kritischer Theorie sein, die solche Positionierungen nicht teilt, sich vielmehr durch diese Extreme bewegt. Es soll in dem Workshop um Jan Müllers „Begriffliches Sprechen“ gehen, der eine Relektüre der sprachphilosophischen Überlegungen Benjamins und Adornos anbietet.

Bereits im November 2015 hatten wir einen Workshop unter diesem Titel veranstaltet, der sich glücklicherweise einer regen Teilnahme erfreute. Der vergangene Workshop hatte sich darauf konzentriert, den Text erst einmal zu rekonstruieren, was zwei Tage in Anspruch nahm, da erst einmal gewisse sprachphilosophische Grundlagen geklärt werden mussten (wobei wir nicht behaupten, dass diese Grundlagen nun gemeinsam Geteilte wären oder dass es nicht immer Not täte, noch einmal über eine Einführung in die Sprachphilosophie zu sprechen).

Vom 23. bis zum 24. Juli wird dieser Workshop nun fortgesetzt werden, um die Diskussion der Vielzahl von Fragen, welche im ersten Workshop aufkamen, fortführen zu können. Allerdings bedeutet dies eben auch, dass man freilich ohne Teilnahme am ersten Workshop partizipieren kann. Wir werden uns auf das 3. und 4. Kapitel des diskutierten Textes stützen, d.h.: Die ersten Kapitel müssten schon gelesen sein, gerne auch mit Fragen dazu im Gepäck.

Der Workshop wird mit einem Vortrag Jan Müllers am Freitagabend, den 22. Juli, eröffnet. Wir werden die ersten Stunden am Samstag nutzen, um eine gemeinsame Lektüre des doch sehr dichten Textes zu gewährleisten – diesmal auch begleitet durch den Autor selbst. Die Konzentration wird dabei auf dem 3. und 4. Kapitel des Textes liegen, der sich spezifisch mit Benjamins komplexer Sprachtheorie und der Adorno’schen Aneignung dieser beschäftigt. Sie sollen uns Anfang sein, um über die dort verhandelten Gegenstände zu diskutieren. Wir werden uns wieder in Kleingruppen aufteilen, möglichst angenehme Diskussionsatmosphären schaffen und in mehreren Plena die Ergebnisse debattieren, gerne auch kontrovers, aber bitte nicht mit allzu geschlossenem Visier. Wir laden daher alle herzlich ein, mit uns zu streiten!

Die Kleingruppen sollen eine Größe von sechs Personen nicht überschreiten. Falls Übernachtungsmöglichkeiten benötigt werden, bemühen wir uns, kostenlose oder preiswerte Unterkünfte anzubieten. Falls Sie oder Ihr solche benötigt, wird dies via gesellschaftnachtraeglichkeit@gmail.com gewährleistet. Die Teilnahme ist kostenlos. Bitte schreiben Sie oder bitte schreibt uns bei Fragen zum Workshop ebenfalls an diese Adresse.

 

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